
Meine Hunde
Shiva – die, die mich geprägt hat und zum Umdenken gebracht hat
Shiva kam mit sechs Monaten aus dem Tierschutz zu mir, mein erster eigener Hund. Vom Tierschutz kam direkt die Ansage: „Da ist Herdenschutz drin, pass auf.“
Kangal–Australian-Shepherd-Mix, Ressourcenverteidigung, viel Instinkt, viel Druck, viel Verantwortung. Ich dachte: „Krieg ich schon hin, ich hatte ja immer Hunde.“ War naiv. Shiva hat mir sehr schnell gezeigt, dass sie ein anderes Kaliber ist und Erfahrung mit „normalen Hunden“ nicht reicht.
Sie konnte kaum zur Ruhe kommen, sprang jeden Menschen an, war extrem reizempfindlich und in Stresssituationen so überfordert, dass sie aus Frust umgelenkt hat und mich gebissen hatte, ausgelöst durch massive Überforderung und fehlende Regulation. Andere Hunde waren für sie der Horror. Hundebegegnungen? Komplettes Ausrasten, Dazu ein ständiger Alarmzustand, jeder Reiz war zu viel.
Wir haben eine Odyssee an Trainern hinter uns, niemand konnte uns wirklich helfen. Shiva war eines dieser „großen Pakete“, bei denen man irgendwann selbst entscheiden muss, das Thema richtig anzugehen.
Und genau das habe ich getan, sie ist der Grund, warum ich heute da stehe, wo ich stehe.
Heute läuft dieselbe Hündin entspannt mit mir beim Dogwalking zwischen zehn Hunden.
Zuhause völlig unauffällig, absolut stabil, problemlos mit meinen Katzen. Sie ist ein zuverlässiger, klarer Hund geworden, der mir jeden Tag zeigt, dass konsequente, ruhige Arbeit funktioniert. Shiva ist der Beweis, dass selbst schwere Fälle aufblühen können, wenn man wirklich an Ursachen arbeitet.
Und: Shiva ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit.
Sie hilft mir im Einschätzen anderer Hunde und unterstützt mich aktiv bei Trainingsprozessen. Gerade bei schwierigen Hunden ist sie ein wertvoller Sozialpartner, weil sie fair, klar und souverän kommuniziert und Grenzen setzt. Ohne sie wäre meine Arbeit heute nicht das, was sie ist.


Inka – vom eingefrorenen Angsthund zur mutigen Begleiterin
Eine einjährige Schäferhund-Terrier-Mix Hündin. Inka ist erst seit wenigen Monaten bei uns. Auch sie kommt aus dem gleichen Tierschutz wie Shiva. Eigentlich sollte sie nur bleiben, bis sie vermittelbar ist. Aber es war schnell klar: Ein weiterer Familienwechsel würde sie komplett brechen. Also blieb sie.
Inka ist ein Angsthund. Sie war eine Woche lang in einer Familie, die mit dieser Form von Angst völlig überfordert war. Mit Kleinkind, Chaos, viel Stress. Inka kam dort eine Woche nicht aus ihrer Box.
Bei uns sah es ähnlich aus: Rausgehen fast unmöglich. Leine laufen? Panik. Geräusche? Panik. Jede Kleinigkeit hat sie förmlich zerrissen. Ein klassischer Angsthund, der nie gelernt hatte, Sicherheit anzunehmen oder auszuhalten.
Der Weg mit ihr war kein „wir reden ihr gut zu und warten ab“.
Ein Angsthund braucht Ruhe und Struktur, aber eben auch klare, kontrollierte Konfrontation. Manche Situationen muss ein Hund lernen auszuhalten, weil er sonst nie lernt, dass nichts passiert.
Und genau diese Mischung aus Führung, Halt, Grenzen und Zeit hat ihr die Tür geöffnet.
Heute läuft sie mit uns spazieren. Sie läuft inzwischen sogar im Gassi-Service mit, vorsichtig, aber zuverlässig.
Ist zuhause völlig aufgetaut, zeigt Persönlichkeit und sucht Kontakt. Draußen gibt es noch Momente, die sie überfordern, und fremde Menschen machen ihr weiterhin Angst. Aber der Unterschied zu den ersten Wochen ist riesig.
Auch Inka ist inzwischen ein wichtiger Teil meiner Arbeit.
Durch ihre Sensibilität zeigt sie mir bei neuen Hunden sofort, welche Energie im Raum steht, und hilft mir beim Einschätzen von Unsicherheiten oder sozialen Spannungen.
Inka ist kein „fertiger Hund“. Sie ist ein Hund, der jeden Tag zeigt, was Entwicklung bedeutet, wenn man ihr Raum, Sicherheit und klare Führung gibt.

